Venenversorgung

Warum Kompressionstherapie?

Mehr als 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland haben Veränderungen an den Beinvenen. Aber nur 22 Prozent davon sind in ärztlicher Behandlung. Wird nicht rechtzeitig eine Therapie begonnen, drohen im schlimmsten Fall Thrombosen, ein offenes Bein oder eine gefährliche Lungenembolie. Dabei ist die Therapie einfach und wirksam: medizinische Kompressionsstrümpfe.

Venenklappen arbeiten wie Schleusen. Sie pumpen das Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen. Schließen die Klappen nicht richtig, versackt das Blut in den Beinen und die Venen dehnen sich aus.

Wie sehen die ersten Anzeichen einer Venenerkrankung aus?

Müde Beine, geschwollene Knöchel, Kribbeln, Jucken oder stechende Schmerzen in den Beinen können Anzeichen von Krampfadern sein, noch bevor etwas zu sehen ist.

Was ist das Ziel einer Kompressionstherapie?

Ziel einer Kompressionstherapie ist die Stärkung der Venen. Der Blutfluss soll beschleunigt, der Venendruck gesenkt, die Funktion der Kapillarwand normalisiert und der Stoffwechsel verbessert werden.

Wie funktioniert Kompression?

Kompressionsstrümpfe üben von außen Druck auf die Venen aus. Dadurch verengt sich der Venenquerschnitt um ein Fünftel bis ein Drittel – die Venenklappen schließen wieder und transportieren das Blut besser zurück zum Herzen. Es versackt nicht mehr in den Beinen. Dadurch sinkt das Risiko von Blutgerinnseln oder Thrombosen. Durch den Druck von außen tritt weniger Gewebsflüssigkeit aus, somit wirkt der Strumpf auch der Bildung von Ödemen entgegen.

 

Können Venenmittel eine Kompressionstherapie ersetzen?

Venenmittel, sei es in Form von Tropfen, Kapseln oder Cremes können kurzzeitig Beschwerden lindern, aber am krankhaften Zustand der Venen nichts ändern. Defekte Venenklappen werden durch Venenmittel nicht repariert, so dass ein Venenleiden durch entsprechende Präparate weder verhindert noch behoben werden kann. Sie können eine Therapie nur ergänzen und sind kein Heilmittel.

Was kann man zusätzlich tun?

  • Viel Bewegung, am besten Gymnastik und Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Wandern oder Tanzen.
  • Mehrmals täglich die Beine für zehn Minuten hochlegen.
  • Kalte Fußduschen.
  • Tragen von Einlagen beim Senk-Spreizfuß.

Wo bekommt man medizinische Kompressionsstrümpfe?

Medizinische Kompressionsstrümpfe (z. B. mediven) werden bei Notwendigkeit vom Arzt (Allgemeinmediziner, Phlebologe, Dermatologe, Orthopäde) verordnet. Sie sind medizinische Hilfsmittel und gehen nicht zu Lasten des Arzneimittelbudgets der Ärzte. Mit dem Rezept wendet man sich am besten an Spezialisten für Kompressionsstrümpfe- z.B. das Venen-und Lymphzentrum Vogtland. Das geschulte Personal berät und misst exakt die Beine aus, bevor die passende Größe ausgesucht wird. Einen Teil der Kosten übernimmt die Krankenkasse.

 

Wann werden medizinische Kompressionsstrümpfe Maß gefertigt?

Bei ausgeprägten Körperformen und Körpergröße, bei ungewöhnlicher Beinform, bei unterschiedlichen Kompressionsklassen beider Beine oder bei speziell benötigter Druckverteilung werden medizinische Kompressionsstrümpfe Maß gefertigt.

Wer sollte vorbeugend für seine Venen aktiv werden?

Alle Menschen, die viel stehen, sitzen oder reisen oder die genetisch vorbelastet sind, sollten bevor Probleme mit den Venen auftreten, freiverkäufliche, klinisch getestete Strümpfe tragen. Bei besonderen Belastungssituationen, z. B. auf langen (Flug-)Reisen oder wenn man lange stehen muss (wie z. B. auf Messen) wird auch Venengesunden empfohlen, durch das Tragen spezieller (Knie-)Strümpfe rechtzeitig vorzubeugen (z. B. mediven travel und mediven motion). Stellt der Arzt eine Venenerkrankung fest, so verordnet er in der Regel medizinische Kompressionsstrümpfe.

 

Welche Venenerkrankungen gibt es?

Besenreiser

Das sind feine, dicht unter der Hautoberfläche liegende und dadurch sichtbare Äderchen. Sie stören höchstens aus kosmetischen Gründen, können aber auch Anzeichen darunter liegender Krampfadern sein.

Krampfadern (Varizen)

Krampfadern werden als stark geschlängelte Adergeflechte sichtbar. Sie entstehen, wenn die Wand einer Vene weich und ausgedehnt ist, weil die Klappen nicht mehr richtig schließen und sich das Blut staut.

Venenentzündung (Phlebitis)

Anzeichen sind die klassischen Entzündungsmerkmale: Rötung, Schwellung, Überwärmung sowie Schmerz entlang der Vene.

Thrombose

Blutgerinnsel (Thromben) bilden sich an den Gefäßwänden leichter, wenn der Rückfluss des Blutes gestört ist. Ein Pfropf kann die Vene vollständig verschließen und den Rückfluss ganz verhindern. Der Pfropf kann sich auch lösen, bis in die Lunge wandern und dort eine lebensgefährliche Embolie verursachen.

Offenes Bein (Ulcus Cruris)

Wird das sauerstoffarme Blut in den Venen nicht abtransportiert, kommt es zu Behinderungen des Sauerstoffaustausches. Als Folge werden Zellen geschädigt und Gewebe stirbt ab. Dadurch entstehen Wunden, die nicht abheilen, solange die Ursache, nämlich die erweiterten Venen, nicht geheilt werden kann.

Alles zu den Themen gesunde, schöne Beine und Kompressionstherapie in Trendfarben gibt es im Gesundheitsportal in Ihrem Venen- und Lymphzentrum Vogtland.